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Die Geschichte des BMW BERLIN-MARATHON

Die Geschichte des BMW BERLIN-MARATHON ist zugleich eine Geschichte der Entwicklung des Laufsports. Am 13. Oktober 1974 veranstaltete der SCC Berlin den ersten BERLIN-MARATHON mit genau 286 Startern. Die ersten Sieger hießen Günter Hallas (LG Nord/2:44:53 Stunden) und Jutta von Haase (LG Süd/3:22:01). Den ersten sportlichen Höhepunkt erlebte der Lauf 1977. Der Brite Norman Wilson lief mit 2:16:20,7 Stunden eine für damalige Verhältnisse sehr gute Zeit. Doch für Furore sorgte Christa Vahlensieck, die die in die Veranstaltung integrierte Deutsche Meisterschaft gewann. Die Wuppertalerin stellte mit 2:34:47,5 Stunden eine Weltbestzeit auf.

Damals verlief die Strecke des BERLIN-MARATHON entlang des Grunewaldes. 1981 setzten sich die Organisatoren vom SCC beim Berliner Senat und der Polizei durch mit ihrem Plan, den Marathon in die City zu verlegen. Am 27. September 1981 wurde vor dem Reichstag der erste BERLIN-MARATHON durch die City gestartet. 3486 Läufer hatten gemeldet - das war vor schätzungsweise 250.000 Zuschauern ein voller Erfolg. Der erste Sieger auf dem Kurfürstendamm hieß 1981 Ian Ray. Der Engländer gewann in 2:15:41,8 Stunden. Bereits 1983 liefen 6270, doch schon zwei Jahre später waren es fast doppelt so viele. Mit 11.814 wurde 1985 zum ersten Mal die 10.000er-Marke überschritten. Die Tansanier waren die ersten afrikanischen Sieger beim BERLIN-MARATHON. Dreimal in Folge gewannen sie von 1987 bis '89. Zunächst siegte Suleiman Nyambui zweimal hintereinander, dann folgte Alfredo Shahanga mit der Streckenrekordzeit von 2:10:11 Stunden. Doch niemand hätte damals ahnen können, dass der nächste BERLIN-MARATHON ganz andere Dimensionen haben würde.

Nach dem Fall der Mauer arbeiteten die Organisatoren des SCC an der Realisierung ihres Traums: dem Marathon durch das Brandenburger Tor. 25.000 Starter liefen am 30. September 1990, drei Tage vor der deutschen Wiedervereinigung, durch Ost und West. Die Wende brachte dem BERLIN-MARATHON auch eine Wende was die spitzensportliche Bedeutung des Rennens betrifft. Der Australier Steve Moneghetti gewann diesen historischen BERLIN-MARATHON in der Weltklassezeit von 2:08:16 Stunden. Einen Heimsieg erreichte die Berlinerin Uta Pippig, die bei dem Rennen auch noch 1992 und '95 triumphieren sollte. 1992 hatte der Lauf wiederum eine sportpolitische Bedeutung. Es war der erste große Citylauf, bei dem die Südafrikaner nach dem Ende der Apartheidpolitik und dem daraus folgenden Ende der internationalen Sperre wieder starten durften. David Tsebe lief zu einem großen südafrikanischen Triumph in der Streckenrekordzeit von 2:08:07. Falls es noch eines Beweises bedurfte, dass Berlin vielleicht die besten Bedingungen weltweit für Weltrekordversuche bietet, dann wurde er 1995 erbracht. Der Kenianer Sammy Lelei rannte eine Traumzeit von 2:07:02 Stunden.

Einen ebenso überraschenden wie sensationellen Weltrekord stellte beim 25. BERLIN-MARATHON der Brasilianer Ronaldo da Costa auf. Er erreichte 1998 nach 2:06:05 Stunden das Ziel und war der erste Läufer, der bei einem Marathon einen Kilometerschnitt von unter 3:00 Minuten erreichte (über 20 km/h). Ein weiteres Jahr später sorgte Tegla Loroupe (Kenia) dafür, dass auch der Frauen-Weltrekord nach Berlin kam. Sie lief 2:21:43 Stunden. Das Jahr 2000 brachte dann einen anderen Rekord: 34.090 Athleten sorgten für die bis dahin höchste Beteiligung in der Geschichte des BERLIN-MARATHON.

Die Teilnahmezahlen des BERLIN-MARATHON sollten weiter in die Höhe schießen. Spitzensportlich bedeutete das Jahr 2001 eine weitere Steigerung. Denn die Japanerin Naoko Takahashi durchbrach in Berlin als erste Frau die 2:20-Stunden-Barriere. Zwei Jahrzehnte hatten die besten Läuferinnen der Welt dies erfolglos versucht, nun lief die 29-jährige Olympiasiegerin 2:19:46 Stunden. Bei den Männern gab es einen Überraschungssieg durch Joseph Ngolepus. Eigentlich als Tempomacher vorgesehen, lief der Kenianer 2:08:47 Stunden. Nach den Terroranschlägen des 11. September zogen die Teilnehmer vor dem Start ein Großtransparent mit der Aufschrift „United we Run“ über ihre Köpfe hinweg. Ein Jahr später kam Naoko Takahashi zurück und siegte erneut in einer Weltklassezeit: Dieses Mal gewann die Japanerin in 2:21:49. Schnellster war Raymond Kipkoech in erstklassigen 2:06:47 Stunden.

Der nächste Weltrekord fiel passend zum Jubiläum: Paul Tergat krönte den 30. BERLIN-MARATHON mit einer sporthistorischen Leistung. Mit 2:04:55 Stunden blieb der Kenianer als erster Marathonläufer unter 2:05 Stunden. Auch sein Trainingspartner Sammy Korir knackte diese Schallmauer des Marathons. Der Kenianer war nur eine Sekunde langsamer. Es war passend zum Jubiläum das spektakulärste Rennen in der Geschichte des BERLIN-MARTHON. Doch nicht nur das: gemessen an den Spitzenleistungen bei den Männern war dieser BERLIN-MARATHON das beste Rennen über die klassische Distanz aller Zeiten. Zwei Läufer blieben unter 2:05 Stunden, der drittplatzierte Kenianer Titus Munji rannte 2:06:15 – das war bis dato die achtbeste Zeit aller Zeiten. Nebenbei fielen im Männerrennen noch zwei weitere Weltrekorde: Andres Espinosa (Mexiko) war der erste Masters-Läufer (über 40 Jahre), der unter 2:10 Stunden rannte (2:08:46). Und die drei Kenianer Tergat, Korir und Munji stellten zudem einen Team-Weltrekord auf, der allerdings nicht offiziell geführt wird. Das Trio benötigte insgesamt 6:16:06 Stunden. Bei den Frauen gab es den vierten japanischen Sieg in Serie durch Yasuko Hashimoto (2:26:32). Läufer, Inline-Skater, Power-Walker und Rollstuhlfahrer zusammengerechnet, hatten sich für den 30. BERLIN-MARATHON 48.424 Athleten gemeldet. Zum ersten Mal war das Ziel des Rennens am Brandenburger Tor.

2005 verbesserte die japanische Olympiasiegerin von Athen 2004, Mizuki Noguchi, den Streckenrekord auf 2:19:12, nachdem im Jahr zuvor ihre Landsfrau Yoko Shibui den Kursrekord von 2:19:41 gerannt war. Noguchis Zeit bedeutete zugleich einen neuen Asienrekord. Sie wurde in Berlin zur drittschnellsten Läuferin aller Zeiten. Haile Gebrselassie krönte den BERLIN-MARATHON 2006. Er sorgte für den ersten äthiopischen Sieg in der Geschichte des Rennens und lief die Jahresweltbestzeit von 2:05:56 Stunden. Seine Landsfrau Gete Wami sorgte zudem für einen äthiopischen Doppelsieg. Sie rannte hochklassige 2:21:34. Die breitensportliche Entwicklung hielt Schritt mit der spitzensportlichen. Im Jahr 2007 kam dann wieder einmal ein Weltrekord. Haile Gebrselassie lief im Jahr 2007 eine neue Fabelzet von 2:04:26 Stunden und triumphierte am Brandenburger Tor. Nur ein Jahr später lief er erneut einen Weltrekord, diesmal als erster Mensch unter 2:04 Stunden. In der Fabelzeit von 2:03:59 Stunden erreichte Haile das Ziel der deutschen Hauptstadt. 2011 dann wurde Haile als Weltrekordhalter abgelöst - von einem Kenianer, namens Patrick Makau. Dieser lief zum 38. BMW BERLIN-MARATHON einen neuen Weltrekord in 2:03:38.

In diesem Jahr werden wieder über 40.000 Läufer zum 39. BMW BERLIN-MARATHON erwartet.